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Mario Lüder

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Feuer und Flamme sollen die Hamburger für Olympia 2024 sein. Aber was ihnen die Spiele kosten werden, sagt niemand. Elb-Olympia

Feuer und Flamme sollen die Hamburger für Olympia 2024 sein. Aber was ihnen die Spiele kosten werden, sagt niemand.

Der Senat rechnet momentan mit 50 Millionen Euro Bewerbungskosten, wovon die Hälfte die deutsche Wirtschaft übernehmen soll. Auch das IOC will sich daran mit einem „signifikanten“ finanziellen Beitrag beteiligen. Wobei offen bleibt, was „signifikant“ bedeutet. Die Investitionen für Sportstätten sollen sich auf 1,86 Milliarden Euro belaufen. Kosten für Organisation und Durchführung werden hingegen nicht genannt. Auch weitere Investitionsmittel für Infrastruktur, wie zum Beispiel Ausbau der Straßen, der öffentlichen Verkehrsmittel und Barrierefreiheit, beziffert der Senat nicht.

Statt einer kritischen Auseinandersetzung mit Zahlen und Fakten, sieht man überall einseitige Werbung von privaten Firmen für die olympischen Spiele.

Feuer und Flamme

Notausstieg bei Feuer und Flamme

Bei der Planung des Finanzkonzepts will der Senat sich eng an der Kostenaufstellung für die olympischen Spiele in London 2012 orientieren. Angeblich hat London den zeitlichen und finanziellen Rahmen eingehalten. Das Londoner Organisationskomitee Locog weist sogar aus, dass sie knapp eine halbe Milliarde Pfund weniger, als die geschätzten Kosten von 9,29 Milliarden britischer Pfund benötigten. Dabei wurden im Jahr 2005, als London sich bewarb, nur 2,4 Milliarden Pfund für die Spiele veranschlagt. So stiegen die Kosten um das 3,6 fache höher, als ursprünglich angenommen.

Vielleicht ist die Organisation der Londoner Spiele im Vergleich zum Bau der Elbphilharmonie vorbildlich, aber für Hamburg sollte sie trotzdem nicht erstrebenswert sein.

Damit die Bürger der Hansestadt sich eine Meinung bilden können, müssen sie möglichst früh und umfänglich über die Kosten und Risiken der Spiele informiert werden. Außerdem sollten alle Verhandlungen und Entscheidungen transparent für sie sein. Schließlich entscheiden sie im Herbst über ein großes Stück Zukunft dieser Stadt.

Mario Lüder

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