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Mario Lüder

Stopp der Planungen im Gängeviertel Stopp der Planungen im Gängeviertel
Anfang Februar wurde noch der Abschluss der Sanierung des Kupferdiebehauses in der Caffamacherreihe im Hamburger Gängeviertel gefeiert. Nun liegen aber alle weiteren Planungen für... Stopp der Planungen im Gängeviertel

Anfang Februar wurde noch der Abschluss der Sanierung des Kupferdiebehauses in der Caffamacherreihe im Hamburger Gängeviertel gefeiert. Nun liegen aber alle weiteren Planungen für die Sanierung des Hamburger Gängeviertels vorerst auf Eis. 

Darauf haben sich die Vertreter des Gängeviertels, des Bezirks Mitte, der Kulturbehörde und der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt am 23. Februar 2015 verständigt. Vorausgegangen war der Abschluss eines Modernisierungsvertrages zwischen der treuhänderischen Eigentümerin des Sanierungsgebietes steg und der Investitions- und Förderbank (IFB) ohne die Vertreter des Gängeviertels einzubinden. In einer juristischen Stellungsnahme bestätigte die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, dass dieser Vertrag eine Genossenschaftsbindung ausschließt und somit den Zielen der Kooperationsvereinbarung zwischen den Vertretern des Gängeviertels und der Freien Hansestadt Hamburg widerspricht.

Das Hamburger Gängeviertel besteht aus historischen Bauten, die über Jahrzehnte vernachlässigt wurden. 2006 verkaufte die Stadt Hamburg das Quartier an einen Investor. Laut Bezirk Mitte sahen die Planungen des Investors vor „die Bausubstanz weitestgehend abzubrechen und durch Büro-Neubauten zu ersetzen“. In der Folge wurde das Gebiet im August 2009 durch die Initiative „Komm in die Gänge“ besetzt, um für den Erhalt, preiswerte Wohnungen und günstige Arbeitsräume zu protestieren. Die Stadt entschloss sich schließlich zum Rückkauf und beauftragte die Erstellung eines „Integrierten Entwicklungskonzeptes“ (IEK). Demnach soll es 79 Wohnungen geben, die teilweise als Wohnateliers genutzt werden können. Die Erdgeschoss- und Souterrainräume sind für eine gewerbliche Nutzung vorgesehen, wie zum Beispiel als Atelier, Büro, Restaurant oder Café. Um das Quartier zu beleben soll die „Fabrique“ zum kulturellen Mittelpunkt werden. Der Plan ist hier Freiräume für künstlerische und kreative Arbeit zu schaffen. Auf Grundlage dieses Konzeptes schloss die Stadt mit den Vertretern des Gängeviertels eine Kooperationsvereinbarung, zur Regelung der zukünftigen Nutzung, Mitwirkung, Zuständigkeiten und Verantwortungen.

Nach dem Konzept der Initiative sollen sich die zukünftigen Mieter an der Gängeviertel Genossenschaft 2010 eG beteiligen, um eine Selbstverwaltung zu ermöglichen. Der Modernisierungsvertrag schließt dieses Model aber aus. Michael Ziehl, ein Vertreter des Gängeviertels, sieht nun die Ziele und Inhalte der Kooperationsvereinbarung sabotiert. „Wir gewinnen den Eindruck das wir systematisch hintergangen werden.“ sagte er in der vergangenen Sanierungsbeiratssitzung.

In neuen Arbeitsgruppen wollen nun die Vertreter des Gängeviertels die strittigen Fragen in enger Kooperation mit der Stadt klären. Dabei wollen sie sich den Themen Genossenschaftsanbindung, Mietpreise und dem Betriebskonzept für die „Fabrique“ widmen. Ein weiteres Anliegen ist die Sanierung des Gängeviertels besser zu gestalten.

Mario Lüder

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